Sturmflut im Januar 1694

Den 10. Januarii ist durch einen Nord-Osten Wind das Wasser so hoch gestiegen, das es in der Wedemen und in der Stuben gestanden. StĂ€lle, Kammern und HĂ€user angefĂŒllet, die Leute auff den Graben aus ihre HĂ€usern getrieben, die HĂ€user sehr zernichtet durch das große Eyß. Und hat am Bolwerck und an den DĂŒhnen sehr großen Schaden gethan. Die Schiffe im Haven zerstoßen, gesencket, gesplittert und gahr weggenommen da man auch von einem Schiff [nicht] hat erfahren können, wo es geblieben. In Summe große Noht und Elend ist zu sehen gewesen.

Quelle: Kirchbuch WarnemĂŒnde

Unwetter in Mecklenburg im Dezember 1703

Anno 1703. den 8.Decemer ist durch einen heftigen Sturm und SĂŒd-Wasser Wind nicht allein zu WarnemĂŒnd ein großer Schaad zu WarnemĂŒnd an allen HĂ€usern geschehen. Auch der Kirchturm beschĂ€diget, sondern es sind auch viel StĂ€dte, Dörffer und Kirchen so allein im Lande Mecklenburg, sondern auch weit und breit hard beschĂ€digt, auch Kirch, Schuhlen HĂ€user eingeworffen, zerfallen und niedergerißen; auch die Kirche zu Sanct Nicolaus in Rostock hat ihren Turm verlohren, und ist abgewehet, doch gotlob nicht mehr alß ein Kind darunter tot geblieben und zerschlagen.

Quelle: Kirchbuch WarnemĂŒnde

Den Armen in die Asche, den Reichen in die Kasse

 Den 8.Mai [1707] ist hier in loco peccatorum ohne einzige Ceremonie begraben worden Engel Brettschlags, welche der Hinrich Pose zu Barßhagen in ihrer Jugend (weil er dero Schwester im Ehebette gehabt) vor sein Kind auffgenommen und Kindesrecht an ihr zu thun versprochen. Allein schlechtes Kindesrecht hat er an derselben bewiesen, in dem er dieselbe nicht nur allein zur Blutschande, und Ehebruch, sondern auch zum Kindermord verfĂŒhret. Wessen sie solche Schande in die 10 Jahr auch bey der ersten und anderen Frauen Lebzeiten getrieben, dennenhero ist sie desselbigen Tages decolliret worden. Er aber ist mit der Straffe des GefĂ€ngnisses und mit der Kirchenbuße davon gekommen. Heißt es also wohl recht mit diesen Leuten dat veniam corvis vexat censura columbas oder

          den Raben man lĂ€ĂŸt fliegen bald,
          die arme Taube aber das Gelach bezahlt, oder
          den Armen in die Asche,
          den Reichen in die Kasse.

Quelle: Kirchenbuch Rethwisch

Bauern in Vogtshagen 1666

Den 28.Juni 1666 besuchten die Vorsteher des Klosters zum Heiligen Geist Cordshagen und nahmen dabei auch die Anzahl der Kinder in Vogtshagen auf, wo sie wohnten und wo sie sich derzeit aufhielten.

Peter Holleeren, hat 4 Söhne und 2 Töchter
– Jochim, Hinrich, Claus, Casten, Liesbeth, Anna
– ein weiterer Sohn Peter, 7 Jahre alt, ist außer Lande, in der Kriegszeit wie die keyserlichen alhier von den Pohlen genohmmen worden

Hinrich Brandt, hat 3 Töchter
– Engel, Anna, Maria

Jochim Sasse, hat einen Sohn und eine Tochter
– Claus, Catharina

Hinrich Witte, der Schultz, hat 3 Söhne und 3 Töchter
– Jochim, Hinrich, Franz, Trin, Ann, Liesche

Chim Witte, hat 2 Söhne
– Franz, Hinrich

Cheel Lafrentz, hat 2 Söhne und 2 Töchter
– Chim, Adam, Catharin, Anna

Jacob DĂŒfel, hat 3 Töchter
– Liske, Trin, Anna

Chim Lafrentz, hat 3 Söhne und 4 Töchter
– Hinrich, Clauß, Jochim, Catharin, Anna, Margret, Lisabeth

Chim DĂŒfel, hat einen Sohn und eine Tochter
– Clauß, Cathrin

Cheel Wake, hat 5 Söhne und eine Tochter
– Clauß, Hanß, Hinrich, Peter, Cheel, Anna

Hans DĂŒfelsche, hat 3 Söhne und 2 Töchter
– Stoffer, Tieß, Hanß, Maria, Sanne
– eine Stieftochter Ilsa, dient bei Wilken in Gresenhorst

Jacob DĂŒfel, der JĂŒngere, hat einen Sohn und eine Tochter
– Jochim, Cathrin

Chim Jesse, hat 5 Stiefkinder Jacob Kunkels
– Jacob, Trin, Lißke, Ilse, Maria

Chim Schaußke, hat einen Sohn und 2 Töchter
– Clauß, Engel, Maria

Verzeichnis derer die in des Gotteshauses Gute nicht mehr befanden und an anderen Ohrten sich auffhalten:
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Ungewöhnliches Sternschießen ĂŒber WarnemĂŒnde

Den 10.November 1732. Von 3 bis 5 Uhr des morgens war so ein ungewöhnliches Stern-Schießen, daß fast kein Stern am Himmel gewesen, der nicht einen Strahl gelaßen. Etliche Strahlen blieben einige Minuten an den Stern hĂ€ngen und krĂŒmten sich schlangenweise herum und fielen so dann herunter. Es war erstaunlich anzusehen, weil der Himmel und die Luft voller Feuer war, indem Strahl auf Strahl folgete, so daß es licht und Helle ward.

Quelle: Kirchbuch WarnemĂŒnde