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Ortsfamilienbücher

Meine Datenbank ist schon ziemlich groß, weshalb ich mich dazu entschlossen habe ein paar Ortsfamilienbücher zu erstellen. Da meine mecklenburger Vorfahren zum größten Teil aus den Kirchspielen Parkentin, Lichtenhagen, Biestow, Warnemünde und Rövershagen stammen, werde ich für diese einzelne Ortsfamilienbücher erstellen.

Die Datenbasis ist natürlich meine eigene Familienforschung. Somit sind die Bücher nicht mit den Ortsfamilienbüchern z.B. des Verein für Computergenealogie (http://www.online-ofb.de) zu vergleichen, deren Ziel es ist, alle Familien und Personen unabhängig vom Verwandtschaftgrad aufzunehmen. Einige meiner Bücher werden deshalb auch unvollständig bleiben. Wie zB Volkenshagen, wo meine Vorfahren hauptsächlich im Ortsteil Vogtshagen lebten.

Quellen sind die jeweiligen Kirchenbücher, Volkszählungen und diverse Archivmaterialien.

Die Schulzen von Vogtshagen

Vogtshagen ist ein kleines Dorf östlich von Rostock. Zwischen Volkenshagen und Blankenhagen gelegen, gehörte der Ort zum Hospital zum Heiligen Geist in Rostock und ist Teil der Pfarre Volkenshagen. Da die Kirche am 30. August 1743 abbrannte mitsamt den Kirchenbüchern sind nur wenige Informationen zu den Dorfbewohnern vor dieser Zeit erhalten.

Was vorhanden ist, ist das Beichtkinderverzeichnis von 1704, eine Hofspecification von 1743, durchgeführt vom damaligen Pastor Rhon im neuen Kirchenbuch, Unterlagen zu den Höfen und dem Schulzengericht, sowie Rechnungen des Hospitals zum Heiligen Geist im Stadtarchiv Rostock. Die Namen der Schulzen und deren Amtszeiten können dadurch gut rekonstruiert werden.

Der erste schriftlich erwähnte Schulze heißt Hans Duuel, er wird 1490 in den Rechnungsbüchern genannt. Er muss nach 1486 das Amt übernommen haben als Sohn von Clawes Duuel oder „de olde“ Hans Duuel. Wer in dem Jahr Schulze war, ist nicht bekannt. Nachfolger des jungen Hans wurde Ghert Duuel, der mindestens von 1514 bis 1525 Schulze war. Danach findet man Jacob Duuel im Amt, er hatte die Hofstätte von 1530 bis 1565 inne. 1570 wurde Jochim Düwell Schulze. 1596 wurde wieder ein Jacob Düwel zum Schulzen ernannt. Dieser scheint das Amt aber aus unbekannten Gründen abgegeben zu haben, denn obwohl bis mindestens 1631 ein Jacob Düwel auf dem Hof sitzt, war zumindest zwischen 1615 und 1618 Chim Bützow Schulze. Bekannt ist, dass die Witwe des Jacob Düwel noch zweimal geheiratet hat, Hans Lips und Hans Lafrenz, beide sind Schulzen gewesen. Hans Lafrenz starb ungefähr 1657, woraufhin die Witwe als Schultzsche dem Ort vorstand. Ihr Sohn aus erster Ehe Chim Düfell übernahm das Amt dann 1659 bis 1665. Nachfolger wurde Hinrich Witte, welcher im Juni 1666 auch bei einer Bestandsaufname des Hospitalgutes erwähnt wird. Ob es sich um eine normale Übergabe nach einem Tod oder Heirat handelt, ist nicht ganz klar. Im Jahr 1666 gab es auch eine Hofübergabe von einem Hüfner namens Hinrich Witte auf einen Jochim Düvell, es könnte sich demnach auch um eine Absetzung des Schulzen handeln.
Der nächste bekannte Schulze ist Clas Düfel. Er wird 1704 erwähnt, war aber bereits seit 1694 Schulze. Clas, der Ältere, hat die Witwe Trin Witt geb. Düfel geheiratet. Es ist zu vermuten das ihr erster Ehemann auch Schulze war, vermutlich Jochim Witte, der älteste Sohn vom alten Hinrich. Im Jahr 1722 übernahm Clas Düfels älteste Sohn Jochim Düfel das Schulzenamt. Nachdem dieser bereits 1728 verstarb, übernahm sein Bruder Clas, der Jüngere, das Amt bis 1756. In Ermangelung eines familiären Nachfolgers – der älteste Sohn Jochim Hinrich Düfel übernahm bereits 1753 in Volkenshagen einen Hof – wurde Franz Wilcken zum Schulzen ernannt. Der in Volkenshagen geborene hatte bereits seit 1746 in Vogtshagen den Hof von Zacharias Studt übernommen. 1762 verstarb Franz Wilcken und sein Schwager Jochim Hinrich Studt übernahm Hof- und Schulzenstelle. 1781 wurde Carl Christoph Studt Nachfolger, 1809 Johann Niclaus Studt, 1844 Joachim Diedrich Stuth.

Landsknechte in Volkenshagen

Als am Martinstag 1601 ein Haufen Landsknechte durch Volkenshagen zogen, bestahlen und verprügelten sie die Einwohner. Ein Volkenshäger mit Namen Hans Schade, konnte sich nach Rövershagen retten, um im Ort die Kirchglocke zu läuten. Die Rövershäger sind so dann den Nachbarn zur Hilfe geeilt. Das Ergebnis waren mehrere verwundete Landsknechte und drei Tote. Ein Landsknecht wurde vom Rövershäger Chim Westual totgeschlagen, woraufhin selbiger von einem weiteren Landsknecht mit einem Rohr so fest geschlagen wurde, dass er tot liegen blieb. Der dritte Tode war ein Volkenshäger Leinenweber namens Hinrich Havemann.

Am 22.Sonntag nach Trinitatis wurden alle drei zusammen auf dem Friedhof zu Volkenshagen beerdigt. Wie der Rövershäger Pastor in seinem Schlußwort feststellt, „dhenn alsze eyner geleueth heffth, szo ihs ock gemeinlich szinn Ende.“